Umbau-Tagebuch: Wie aus gewachsenem Kabelsalat, altem Elektroblock und Blei-Batterie eine saubere LiFePO4-Anlage mit Victron-Ladetechnik wurde – MPPT-Solarregler, DC-DC-Ladebooster und ordentliche Sicherungsverteilung. Nach dem Motto: erst musste alles raus, dann kam alles ganz anders rein.
Es gibt Umbauten, bei denen man vorher ein Foto macht, hinterher ein Foto macht – und dazwischen drei Tage lang nicht mehr weiß, welcher Draht wohin gehört. Der Umbau unserer Bordelektrik war so einer. Das Ziel: raus mit der alten Blei-Technik und dem gewachsenen Kabelsalat, rein mit einer sauberen LiFePO4-Anlage samt Victron-Ladetechnik – MPPT-Solarregler, DC-DC-Ladebooster und einer Absicherung, die den Namen auch verdient.
Der komplette Technik-Überblick steht auf der Seite Der Umbau. Hier gibt es die ehrliche Werkstatt-Version mit Bildern – inklusive der Phase, in der alles gleichzeitig auseinandergebaut auf der Werkbank lag.
Erst musste alles raus
Über die Jahre war die Elektrik im Wohnmobil organisch gewachsen – und „organisch gewachsen" ist die höfliche Umschreibung für Kabelsalat. Hinter dem Bedienpanel eine beeindruckende Sammlung schwarzer Litzen, davor das klassische Sicherungspanel mit Flachsicherungen F1 bis F9, und mittendrin der betagte Nordelettronica-Elektroblock, der Laden, Verteilen und Sichern in einem erledigte. Solide Technik – aber eben von gestern.




… und dann ganz anders rein
Weiter geht's mit dem schönen Teil. Statt eines Alleskönners von gestern übernehmen jetzt spezialisierte Victron-Komponenten – alle per Bluetooth überwachbar, damit man auch vom Campingstuhl aus sieht, was die Batterie so treibt:
- Victron SmartSolar MPPT 75/15 – holt aus dem Solarmodul das Maximum heraus.
- Victron Orion-Tr Smart 12/12-30 – der Ladebooster (liebevoll „Lade Booster" beschriftet), der die LiFePO4 während der Fahrt über die Lichtmaschine volllädt.
- Ordentliche Sicherungsverteilung – MEGA-/MIDI-Hauptsicherungen an fingerdicken Kupferkabeln, statt „wird schon halten".



Fazit
Aus einem Wochenendprojekt wurde – wie immer – ein bisschen mehr. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: mehr nutzbare Kapazität, deutlich schnelleres Laden und eine Verkabelung, bei der man den Deckel auch wieder guten Gewissens zumacht. Und das Beste: Beim nächsten Blick hinter das Panel weiß man endlich wieder, welcher Draht wohin gehört.
„Erst musste alles raus – und dann kam alles ganz anders rein." – Bordelektrik-Weisheit, frisch verlötet.